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MUSIKCORPS: Einhäuser Musiker besuchen auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister Berlin / Politische Bildungsreise und WM-Erlebnis in einem

Zur falschen Zeit am richtigen Ort

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EINHAUSEN. Bereits zum vierten Mal reiste das Einhäuser Musikcorps nach Berlin - diesmal jedoch ohne Instrumente im Gepäck. Die Tour unternahm die Gruppe auf Einladung des Bergsträßer CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister. Bei der an politischen Gesichtspunkten orientierten Reise standen Informationen über Aufgaben, Arbeitsweise und Zusammensetzung des Deutschen Bundestags sowie über das Reichstagsgebäude im Mittelpunkt. Doch wie sagte ein Musikcorps-Mitglied angesichts der großen WM-Party gestern am Brandenburger Tor? "Wir waren wohl doch eine Woche zu früh."

 

Live im ZDF

Der Termin der Fahrt in der letzten Woche der WM in Brasilien führte nämlich natürlich dazu, dass neben allen politischen Aspekten auch der Fußball eine wichtige Rolle spielte. Und so kam es, dass die Gruppe nicht nur das emotionale Public Viewing beim 7:1-Sieg von Jogis Jungs über Brasilien mit anschließendem Autokorso am Kurfürstendamm miterleben durfte - sondern auch Jugendorchesterleiter Jean Diehl im Fernsehen. Denn der hatte sich mit seiner Frau Manuela unter die 165 000 Besucher auf der Fanmeile am Brandenburger Tor gemischt und war dort von einem ZDF-Team interviewt worden. Als der Beitrag gesendet wurde, johlten die Einhäuser vor Begeisterung so laut, als wäre bereits das erste Tor für Deutschland gefallen.

 

Die erste Berlin-Tour des Einhäuser Musikcorps war bereits im Jahr 1975. Vor 39 Jahren folgten die Musiker einer Einladung der 298th US-Army-Band Berlin. Damals gab es Auftritte im Hauptquartier der US-Streitkräfte und vor der Gedächtniskirche.

1979 reiste das Musikcorps als offizieller musikalischer Botschafter im Auftrag des Kreises Bergstraße zur Feier der zehnjährigen Verschwisterung zwischen dem Berliner Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg und dem Kreis Bergstraße erneut in die damals noch geteilte Stadt.

Und wiederum vier Jahre später - im Jahr 1983 - folgte die dritte Tour nach Berlin. Wieder war das Musikcorps Einhausen als Botschafter der Bergstraße im Auftrag des Kreises im Einsatz, diesmal bei der Internationalen Grünen Woche. ami

Tagsüber absolvierte die Gruppe ein straffes Informationsprogramm. In Berlin-Lichtenberg befand sich von 1950 bis 1989 das Hauptquartier der DDR-Staatssicherheit. Dort ist heute ein Museum. Die Gäste von der Bergstraße besuchten die damalige Minister-Etage mit dem Originalmobiliar und bekamen einen Überblick über die Tätigkeit und Funktion der Staatssicherheit im SED-Staat. Die Ausstellung zeigte, mit welchen Methoden die Stasi Andersdenkende verfolgte, und welche Folgen die Bespitzelungspraxis für die betroffenen Menschen hatte.

Beeindruckt war die Reisegruppe vom Reichstagsgebäude. Auf der Besuchertribüne im Plenarsaal erhielte sie einen Einblick in die Aufgaben und die Arbeitsweise des Parlaments. Daran schloss sich ein aufschlussreiches Informationsgespräch mit Claudia Skrobek an, die für den Bergsträßer CDU-Bundestagsabgeordneten der Dr. Michael Meister arbeitet. Der Besuch der Reichstagskuppel war wegen Reinigungsarbeiten zur Enttäuschung aller nicht möglich. Selbst die Aussichtsterrasse auf dem Dach musste kurzfristig wegen des Sturms und Regens geschlossen werden.

Eine Visite im Bundesministerium für Finanzen, wo Meister seit dieser Legislaturperiode als Parlamentarischer Staatssekretär seinen Platz hat, und ein Besuch bei der Hessischen Landesvertretung, die im Garten über einen eigenen kleinen Weinberg verfügt, waren weitere Punkte im Programm des Musikcorps. Dort entstand auch das obligatorische Gruppenfoto - mit Löwe, genauer gesagt im Garten der Landesvertretung.

Vieles hat sich verändert

Auch der letzte Reisetag bot Wechsel zwischen Sommerhitze und Regenschauern mit Blitz und Donner: Die Gruppe besuchte Schloss Cecilienhof, das als Ort der Potsdamer Konferenz 1945 berühmt wurde.

Drei hatte das Musikcorps schon auf dem Buckel, bis zum vierten Berlin-Besuch in diesem Jahr hat sich vieles grundlegend geändert: Die Stadt, die einst durch eine Mauer in zwei ungleiche Hälften geteilt war, ist längst Bundeshauptstadt und politisches Zentrum des Landes. Das wurde auch bei der Informationsfahrt des Musikcorps deutlich. Und liebend gerne wären die Besucher von der Bergstraße noch ein paar Tage länger in Berlin geblieben, um auch das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft beim Public Viewing vor dem Brandenburger Tor zu erleben - und vor allem, um die frischgebackenen Fußball-Weltmeister dort gebührend zu feiern. ami

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 16.07.2014

   
© Musikcorps Einhausen