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Trauer um Horst Lautenbach

Ehrendirigent des Musikcorps mit 81 Jahren gestorben

Horst Lautenbach ist tot. Der Ehrendirigent des Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Einhausen verstarb am 24. April 2019 nach kurzer, schwerer Krankheit. „Das Feuerwehrorchester verliert mit ihm eine große Kapazität und einen guten Freund, der von 1977 bis 1999 die musikalische Leitung innehatte und 33 Jahre lang mehreren hundert Kindern kompetent als Ausbilder ein großes Vorbild war. Die letzten Jahre engagierte er sich als Trompeter, Tenorhornist und fachlicher Ratgeber bei Proben und Auftritten“, so der Musikcorpsvorstand.

Als der gelernte Industriekaufmann 1977 nach Einhausen kam, schaffte er es in kurzer Zeit, mit organisatorischer Unterstützung der beiden Stabführer Adi Schumacher und Gerhard Gärtner, dem Musikcorps zu einem sagenhaften Aufschwung zu verhelfen. „Kein anderer verstand es wie er, die Gruppe zu motivieren. Hier trafen fachliche Kompetenz, pädagogisches Einfühlungsvermögen und das Gespür zur passenden Musikauswahl perfekt aufeinander, wie es für uns besser nicht hätte sein können“, so die Feuerwehrmusiker. „Wir hatten unter seiner Leitung ungeahnte Erfolge im In- und Ausland. Überall wusste er die passenden Noten aufzulegen, um Begeisterung zu wecken. Wir waren ungeheuer stolz, die allerneuesten Hits präsentieren zu können, denn er brachte sie  für uns orchestergerecht zu Papier, was uns tolle Auftritte bescherte. Die intensive Jugendarbeit beim Musikcorps ist nur dank seiner großartigen Unterstützung in diesem Maße machbar gewesen.“

Schon als Kind erhielt der in Bensheim geborene Horst Lautenbach eine qualifizierte Ausbildung am Waldhorn.  Das Geld dazu musste er sich selbst verdienen. Bei der Stadtkapelle Bitsch in Bensheim und bei der Kurkapelle in Lindenfels machte er seine ersten Orchestererfahrungen. 1954 gründete er eine Drei-Mann-Tanzkapelle mit Akkordeon und Geige. Er selbst spielte Schlagzeug. Von 1957 bis 1960 qualifizierte er sich weiterhin beim Heeresmusikcorps 300 in Koblenz. Dort war er auch in der Big-Band, im Streichorchester und in der Gesangsgruppe aktiv. Vertraut mit allen Musik- und Stilrichtungen, erlernte er danach das Spielen auf der Trompete und auf dem Saxophon, um nur einige Instrumente zu nennen.

Als Bandmitglied war Horst Lautenbach vielseitig einsetzbar und überall bekannt. Es folgten viele Auftritte, beispielweise mit der bekannten E. K. Combo, den Sonny-Boys, Black Rose, Flamingos und der Modern Sound Band. Auch seine Brüder Friedel, Bernd und Carlo waren als Tanzmusiker bekannte Gesichter in der Region.

Neun Jahre lang war Lautenbach auch Dirigent und Ausbilder beim evangelischen Bläserchor an seinem Wohnort in Biebesheim. Dort hat er erfolgreich ein Ausbildungsorchester ins Leben gerufen. In Biebesheim ging er regelmäßig zum Stammtisch. In den letzten Jahren war er viel als Alleinunterhalten oder als Duo mit seinem Freund Robert Zimmermann unterwegs. „Zu sämtlichen lokalen Veranstaltungen war er musikalisch gefragt, und wir haben sogar unsere wenigen Urlaubstage darauf ausgerichtet. Musik war sein Leben“, sagt seine Frau Helga.

Andrea Mizera

   
© Musikcorps Einhausen